Unabhängiger Ratgeber über Häuser aus Naturbaustoffen. Wir bauen nicht, verkaufen nichts, veranstalten keine Seminare und haben nichts mit der früheren Website unter dieser Domain zu tun. Tragwerk, Ofen und Haustechnik gehören in die Hände von Fachleuten.

Anleitungen

Anleitungen

Bei Naturbaustoffen entscheidet vieles nicht die Tabelle, sondern die Probe. Örtlicher Lehm verhält sich auf seine Weise, jede Wand trocknet in ihrem eigenen Tempo, und alte Oberflächen reagieren nicht immer vorhersehbar auf eine neue Schicht. Deshalb beschreiben wir keine Rezepte, sondern eine Reihenfolge des Beobachtens und Prüfens. Unten finden Sie drei Arbeiten, die Sie selbst erledigen können, wenn Sie Handschuhe tragen und bei Staub zusätzlich Maske und Schutzbrille.

Eine Probeplatte auf der Fensterbank verrät über Ihren Lehm mehr als jeder Bericht über fremden.

— Gedanke des Ratgebers

So ist dieser Bereich aufgebaut: Wir beschreiben einfache Arbeiten allgemein, ohne Mischungsverhältnisse und Zeitangaben. Tragende Wände, Fundament, Ofen, Schornstein und Elektrik gehören nicht dazu – darum kümmern sich Fachleute.

So mischen Sie eine Lehmprobe an

  1. Bodenprobe entnehmen

    Tragen Sie die oberste Schicht mit Gras und Wurzeln ab und nehmen Sie etwas Boden aus der Tiefe. Beschriften Sie, woher die Probe stammt, wenn es mehrere sind.

  2. Eine Wurst rollen

    Befeuchten Sie eine Handvoll Boden und rollen Sie ihn zwischen den Handflächen zu einem dünnen Strang. Fetter Lehm lässt sich biegen, ohne zu brechen, magerer Boden zerfällt oder reißt fast sofort.

  3. Einen Fladen formen

    Drücken Sie eine feuchte Kugel zu einem Fladen und betrachten Sie die Ränder. Starke Risse am Rand deuten darauf hin, dass dem Lehm Zuschlag fehlen könnte, Bröckeligkeit auf zu viel Sand.

  4. Probeplatten formen

    Stellen Sie einige kleine Proben mit unterschiedlichen Anteilen von Sand und Stroh her und beschriften Sie jede unbedingt. So vergleichen Sie die Varianten mit demselben Lehm.

  5. Ohne Eile trocknen

    Lassen Sie die Platten im Schatten trocknen, ohne Sonne und Zugluft. Zu schnelles Trocknen verursacht für sich schon Risse und kann den Vergleich verfälschen.

  6. Schlüsse ziehen

    Vergleichen Sie die getrockneten Proben: Welche sind gerissen, welche bröckeln, welche sind fest geblieben? Die beste Probe ist ein Ausgangspunkt und keine fertige Mischung für die Wand; über die Konstruktion entscheiden Sie gemeinsam mit einer Fachperson.

So prüfen Sie eine Wand auf Feuchtigkeit

  1. Den unteren Wandbereich ansehen

    Gehen Sie außen und innen am Sockel entlang. Dunkle Flecken, abplatzender Putz, Moos und Salze am Wandfuß sind die ersten Anzeichen von Feuchtigkeit.

  2. Das Dachwasser beobachten

    Beobachten Sie bei Regen, wohin das Wasser läuft: ob die Rinne überläuft, ob Spritzwasser die Wand trifft, ob sich am Traufstreifen eine Pfütze bildet.

  3. Mit dem Feuchtemessgerät vergleichen

    Ein Feuchtemessgerät für Baustoffe liefert keine genaue Diagnose, eignet sich aber gut zum Vergleichen. Messen Sie dieselbe Stelle bei trockenem Wetter und nach Regen und eine verdächtige Stelle neben einer sicher trockenen.

  4. Die Oberfläche prüfen

    Liegt auf Lehm oder Kalk ein dichter Anstrich oder eine Folie, kann sich darunter Feuchtigkeit sammeln. Blasen und Ablösungen sind ein Anlass, über einen Wechsel zu einer diffusionsoffenen Beschichtung zu sprechen.

  5. Bei ernsten Anzeichen Fachleute holen

    Wenn die Wand weich geworden ist, tief bröckelt oder die Feuchtigkeit nach jedem Regen zurückkehrt, braucht es eine fachliche Begutachtung. Die Ursache kann im Fundament, im Dach oder in Anschlüssen liegen, die sich nicht selbst beheben lassen.

So bessern Sie Lehmputz aus

  1. Die Schadensursache klären

    Bevor Sie ausbessern, finden Sie heraus, woher Riss oder Loch stammen: von einem Stoß, vom Schwinden oder von Feuchtigkeit. Liegt die Ursache im Wasser, beseitigen Sie diese zuerst.

  2. Die Stelle säubern

    Entfernen Sie lose Stücke und Staub mit einer weichen Bürste. Tragen Sie dabei eine Maske: Trockener Lehmstaub reizt die Atemwege.

  3. Den Untergrund anfeuchten

    Befeuchten Sie die Ränder der Schadstelle leicht mit einem Sprüher, damit die neue Schicht nicht zu früh austrocknet und sich besser mit der alten verbindet.

  4. Eine passende Mischung auftragen

    Verwenden Sie eine Lehmmischung, die dem alten Putz möglichst ähnlich ist, und drücken Sie sie mit der Kelle ein. Verträglichkeit ist wichtig: Fremdes Material löst sich oft an den Rändern.

  5. Abreiben und trocknen lassen

    Glätten Sie die Fläche mit einem feuchten Reibebrett und lassen Sie sie ohne Zugluft und Heizlüfter trocknen. Beurteilen Sie danach Farbe und Oberfläche und wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf.

  • Werkzeuge

    Was für Proben und Putzarbeiten nützlich ist: Eimer, Sieb, Mischbehälter, Kelle, Reibebrett, Wasserwaage, Lot, Feuchtemessgerät und Schutzausrüstung.

  • Baustoffe

    Lehm, Lehmsteine, Strohballen, Holz, Kalkputze und natürliche Dämmstoffe – Eigenschaften und Schwachstellen. Hier finden Sie auch den Beitragskatalog.

  • Pflege

    Pflege eines Hauses aus Naturbaustoffen: Wasser und Wände, Risse, Auffrischen der Oberflächen, Lüften und der Rundgang nach dem Winter.

Worauf wir uns stützen

  • Allgemeines Wissen über das Bauen mit Naturbaustoffen
  • Redaktionelle Beiträge des Ratgebers Make Stroy

Make Stroy gibt allgemein anerkanntes Wissen über Bauten aus Lehm, Stroh, Holz und Kalk in eigenen Worten wieder – ohne Mischungsverhältnisse, Maße und Berechnungen. Tragwerk, Fundament und Dach plant und berechnet eine Fachperson, Ofen, Schornstein, Elektrik und Gas führen nur Fachleute aus, und die örtlichen Bau- und Brandschutzvorschriften sollten Sie klären, bevor der erste Spatenstich erfolgt – die Regeln unterscheiden sich je nach Land.